Review: WELCOME TO DERRY (Staffel 1) (2025)

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BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.5

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8.2/10 (5)

Darsteller: Jovan Adepo, Bill Skarsgård, Taylour Paige
Regie: Andy Muschietti und andere
Länge: 8 Folgen à je ca. 1 Stunde
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Stephen Kings ES ist zu groß, um es in einen Film zu packen und es ist auch zu groß, um es in eine Miniserie oder zwei Spielfilme zu stecken.

Und so muss nun WELCOME TO DERRY retten, was in beiden Adaptionen verloren ging:
Der Brand im Black Spot, das Massaker der Bradley Gang oder die Explosion der Kitchener Eisenhütte, der früheren Pennywise-Zyklen, die im Roman ausführlich beschrieben wurden, gingen dort größtenteils unter und sollen nun in mehreren Staffeln abgearbeitet werden.

Was muss man über WELCOME TO DERRY wissen?

Im ersten Jahr schickt uns WELCOME TO DERRY ins Jahr 1962 und dazu muss man etwas wissen:
WELCOME TO DERRY baut auf der veränderten Timeline der ES-Filme von Andy Muschietti aus den Jahren 2017 und 2019 auf.
Dort wurde die Kindheit des „Club der Verlierer“ nicht wie im Roman Ende der 50er, sondern Ende der 80er erzählt.

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Folgerichtig gibt es die Ereignisse aus Roman und Miniserie 1962 noch nicht, was allerdings insofern Sinn ergibt, als dass Andy Muschietti auch bei WELCOME TO DERRY erheblich mitmischt, Produzent ist und vier der acht Folgen als Regisseur übernahm.
Mindestens ebenso wichtig: Bill Skarsgård kehrt in seine Rolle als Pennywise zurück.

Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings auch, dass wir Bill, Richie oder Beverly nicht zu Gesicht bekommen.

Die Hanlons bleiben Derry treu

Stattdessen lernen wir Lilly, Marge, Rich und jemanden namens Will Hanlon kennen.
Und ja, wer nicht so vergesslich ist wie die Menschen die aus Derry wegziehen, weiß, dass Will und der aus ES bekannte Mike Hanlon Vater und Sohn sind.
Das ist natürlich nicht die einzige Verknüpfung, die zwischen Serie und Filmen besteht und letztlich ist das auch nur logisch, denn Derry ist nun mal Derry.

Was die Serie aber anders anpackt, ist die Einbeziehung Erwachsener. In Romanvorlage und Adaptionen hatte man öfters den Eindruck, dass Volljährige nur Statisten sind, die von Pennywise Anwesenheit eingelullt sind, während der sich ihre Kinder holt.
In WELCOME TO DERRY kommt hingegen auch Wills Vater Leroy, einem Soldaten, eine wichtigere Rolle zu. Ganz zu schweigen von einem gewissen Dick Halloran, der im Roman kaum mehr als ein Easteregg mit SHINING-Bezug ist, aber nun aufgrund seiner besonderen Fähigkeiten viel Platz einnimmt.

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Derry wird erwachsen

Durch diese Einbeziehung der Erwachsenen ändert sich allerdings auch die Dynamik der Erzählung, denn wo die Originalgeschichte kindhafter Logik vertraute und Erwachsene meist nur als regulierende und kontrollierende Nebenfiguren dargestellt wurden und Bill sogar als vergessener Sohn beschrieben wurde, der in einer anderen Welt als seine Eltern zu leben schien, beschreitet WELCOME TO DERRY andere Wege.

Derry ist damit zwar immer noch ein Alptraum, aber neben dem morbiden Spielplatz, auf dem sich jungen Helden tummeln, sammeln sich Militär, Eltern und andere, die sich der Rationalität verschrieben haben. Damit begibt sich die Serie allerdings in einen Bereich, der nicht jedem passen wird und auch der Verfasser dieses Reviews hatte damit seine Bauchschmerzen.

Gleichzeitig scheinen diese Erwachsenen erstaunlich viel über Es zu wissen, mehr als in der Zukunft. Das Militär startet gar eine ausgiebige Suchaktion und möchte Pennywise gerne als Waffe einsetzen…ein Motiv, das im ALIEN-Franchise ordentlich plattgetreten wurde.

CGI from hell

Bauchschmerzen bereitet ungeduldigen Menschen sicher auch, dass Pennywise erster Auftritt in der bekannten Clownfigur lange auf sich warten lässt und man ihm dann eine Legende aufbindet, die zwar einerseits wieder den Bogen zu einem bekannten Vorfall der Originalgeschichte schlägt, andererseits jenes epische, mysteriöse Wesen entglorifiziert.

Mehr als alles andere schadet WELCOME TO DERRY aber etwas, das schon 2017 schwach aussah und nun acht Jahre später eindeutig besser ginge: der Einsatz wirklich erbärmlicher CGI-Effekte scheint Muschiettis Markenzeichen zu werden und ist umso bedauerlicher, weil Bill Skarsgård ein talentierter Schauspieler ist, der das Böse auch ohne comichafte Zahnreihen umsetzen kann.

welcome-to-derry staffel 1 2025

Die gute Nachricht ist jedoch, dass den Machern bei aller Kritik, die man an der Erzählweise haben mag, anzumerken ist, dass sie sich mit dem ES-Epos beschäftigten und es auf ihre Weise ergänzen wollen. Dazu braucht es zwar einige Episoden, um sich als Beobachter einzufinden und auch einen offenen Geist für neue Sichtweisen und Erzählstrukturen. Das vorausgesetzt wächst die Serie aber mit der Zeit (nur das CGI sieht am Ende immer noch kacke aus).

Fazit zu WELCOME TO DERRY

Das Herz der Serie sind erneut die Kids, die schon ES ausmachten, auch wenn Gesichter und Namen andere sein mögen und als neue „Loser-Eigenschaft“ – vielleicht dem aktuellen Zeitgeist geschuldet – eine psychische Erkrankung hinzukommt.
Ob man sich durch die neuen Einflüsse gestört fühlt oder diese als sinnvolle Erweiterung ansieht, muss sicher jeder mit sich ausmachen, bringt man aber anfangs etwas Geduld mit und macht seinen Frieden mit einigen Freiheiten, wird klar, dass es in diesem Derry einiges zu entdecken gibt…sogar Figuren, die man dort zu dieser Zeit nicht erwartet.

Die nächste Staffel wird uns dann ins Jahr 1935 mitnehmen…dann hoffentlich mit Effekten, die moderner aussehen.

 

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