FACES OF DEATH (2026) | Filmkritik

faces of death (2026) - Gesichter des Todes (2026) - offizielles filmposter
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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Darsteller: Barbie Ferreira, Dacre Montgomery, Josie Totah, Aaron Holliday, Jermaine Fowler
Regie: Daniel Goldhaber
Drehbuch: Isa Mazzei
Länge: 97 min
Land:
Genre: ,

Neben TANZ DER TEUFEL zählte FACES OF DEATH oder auf Deutsch GESICHTER DES TODES zu den Pausenhof-Filmen der VHS-Ära.
Der eine war der Film mit dem Baum, der andere der Film mit echten Toden wie der Hinrichtung auf einem elektrischen Stuhl oder der Szene in der Menschen das Hirn eines frisch getöteten Affen essen.

Der Film und seine Sequels offenbarten meine jugendliche Dummheit aus zweierlei Gründen:

-GESICHTER DES TODES war real, da war man sich sicher, obwohl mit ein klein wenig mehr Verstand bei vielen Szenen deutlich das Gegenteil erkennbar ist

-Während meine Kumpels und ich das damals unterhaltsam fanden, ist das Letzte was ich heute will, irgendwem beim Sterben zuzusehen

Und so gäbe es dieses Review nicht, wenn FACES OF DEATH 2026 einfach nur den gleichen Quark wieder abgezogen hätte. Doch der geht cleverer ans Werk, ist weder Remake noch Sequel, sondern verfolgt einen ganz anderen Ansatz.

FACES OF DEATH - der maskierte Arthur Spevak hat Margot in seiner Gewalt

Die Handlung von FACES OF DEATH

Margot ist Content-Moderatorin für eine Social Media-Plattform. Ihre Arbeit besteht alleine daraus sich jene Inhalte anzusehen, die gegen Gesetze oder Plattformregeln verstoßen. Unfälle, Morde, Selbstmorde, Sex usw.
Als sie auf ein verstörendes Enthauptungsvideo stößt, gibt sie es zunächst frei, da sie aber bald mit ähnlichen Videos konfrontiert wird, beginnt sie zu zweifeln, ob diese Szenen nicht doch real sein könnten. Als sie tiefer forscht, stößt sie auf einen Film aus dem Jahr 1978.

Kenner ahnen es, das besagte Video ist der Originalfilm GESICHTER DES TODES, der hier noch einmal einige Highlights vorführen darf (die benutzten Szenen sind und waren schon immer allesamt gestellt). Es sind jedoch nicht die Szenen aus dem Film, die das Problem sind, sondern die Tatsache, dass ein Psychopath diese Sequenzen mit echten Mordopfern nachstellt.
Der kidnappt Menschen und lässt sie dann von eigens dafür gebauten Puppen hinrichten.

FACES OF DEATH - die mordszenen mit puppen

Medienkritik und Mondo-Geschichte: Was den Film von seinen Vorgängern unterscheidet

Während die Morde durch diesen ungewöhnlichen Tathergang bizarr wirken, ist die in FACES OF DEATH versteckte Medienkritik, aber auch der Umgang mit dem Original durchaus gelungen.

Alleine die Tatsache, dass der Film einen Plot hat, hebt ihn von früheren Namensvettern ab, allerdings täuscht ein Budget von angeblich über 7 Millionen Dollar auch etwas, denn was Look, Schauspiel und Effekte angeht, ist FACES OF DEATH eher auf einem Level mit TERRIFIER 3 der für weniger als die Hälfte zu haben war.

Doppelt so hart ist FACES OF DEATH auch nicht, aber schon ein grafisch deutlicher Film, der seine Bluttaten nicht versteckt. Zwar ist der Film, sobald man hinter die smarte Prämisse schaut, in Hinblick auf Erzählweise kein Meilenstein, wenn man aber um den Status des Originalfilms weiß, ist die Art und Weise, wie er in die Neuzeit versetzt wird, trotzdem originell.

Warum der Killer in FACES OF DEATH nicht funktioniert

Hauptfigur Margot (Barbie Ferreira) ist dabei eine ungewöhnliche Heldin. Sie strahlt keinen Glanz aus, hat Übergewicht und nimmt Drogen; also Attribute, die Mainstream-Hollywood selten den Final Girls zuschreibt.
Margots Nachname ist übrigens Romero, was in einem Horrorfilm wohl kein Zufall, mittlerweile aber auch wenig originell ist.

FACES OF DEATH (2026) - Margot entdeckt die Gesichter des Todes

Auf der anderen Seite ist dort Killer Arthur Spevak, gespielt von Dacre Montgomery (STRANGER THINGS, BETTER WATCH OUT), der nicht gänzlich überzeugt. Montgomery nimmt man subtilen Wahnsinn nicht ab, die Motivlage ist dünn, die Psychologie nicht erkennbar und die aufwändigen Killszenen-Nachbauten zu inszeniert (was sie natürlich auch sein sollen), um den Herren als A-Klasse-Psycho zu kategorisieren. Auch als bewährter Slasher-Killer geht er trotz Maske nicht durch.
Vergleicht man ihm mit dem ekligen Martin aus THE HUMAN CENTIPEDE II, der sich ebenfalls von den Videos des Originals inspirieren ließ, hat der in jedem Fall die Nase vorn.

Fazit zu FACES OF DEATH

Wenn ihr euch gerne die Eier in den Schraubstock spannt, während ihr Foltervideos mexikanischer Drogenkartelle schaut oder mit dem Hammer in die Fresse schlagt, während ihr Clips von IS-Hinrichtungen seht, ist dieser FACES OF DEATH nicht euer Film (und wir nicht eure Seite), aber wer sich ein Stück Mondo-Geschichte mit moderner und fiktiver Aufbereitung gönnen will, findet einen ungewöhnlichen Film vor.
Luft nach oben wäre zwar noch gewesen, aus den zuvor genannten Gründen hätte aber auch richtiger Unsinn dabei herauskommen können.

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FAQ

Werden in FACES OF DEATH 2026 echte Morde gezeigt?

Nein. Der 2026er Film ist eine reine Fiktion. Er nutzt Ausschnitte aus dem Original von 1978 – einem Mondo-Film, der echte und gefälschte Aufnahmen mischte. Im neuen Film stellt ein Killer diese Szenen mit Filmopfern nach

Was ist ein Mondo-Film?

Mondo-Filme sind pseudodokumentarische Werke, die auf sensationalistische Weise Gewalt, Tod und Tabubrüche zeigen – begründet 1962 mit MONDO CANE. GESICHTER DES TODES von 1978 war einer der bekanntesten Vertreter – mit echter und gefälschter Gewalt.

Ist FACES OF DEATH 2026 ein Remake des Originals?

Nein. Der Film ist weder Remake noch Sequel, sondern nutzt das Original als Ausgangspunkt für eine neue Geschichte. Im Mittelpunkt steht eine Content-Moderatorin – eine moderne Figur, die das Thema Schockvideos und Voyeurismus in die Gegenwart überträgt.

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