Es gibt Horrorfilme, die mit vielen Vorschusslorbeeren ins Rennen gehen; manchmal wegen eines gelungenen Trailers, wegen einer speziellen Story oder weil vielsagende Namen beteiligt sind.
NIGHT OF THE REAPER hat nichts davon vorzuweisen und dass es um Babysittermorde an Halloween geht, rückt ihn dann auch noch unwillkürlich in die Nähe eines gewissen Klassikers.
Aber siehe da, der Film hat was zu bieten.
Wovon handelt NIGHT OF THE REAPER?
Zu Beginn des Films wird in einer Kleinstadt eine Babysitterin namens Emily brutal ermordet.
Einige Zeit später soll eine weitere junge Frau namens Deena, die gerade vom College nach Hause zurückgekehrt ist, für eine krank gewordene Freundin einspringen, um auf den kleinen Sohn von Sheriff Arnold aufzupassen.
Während auch Deena feststellt, dass eigenartige Dinge vorgehen, muss sich der Sheriff um Snuff-Videos kümmern, die ihm zugespielt wurden.
NIGHT OF THE REAPER lässt sich aufgrund eines maskierten Killers und der Teenager-Protagonisten als Slasher bezeichnen, der Ausdruck greift hier aber ein wenig zu kurz, denn statt eines einfachen linearen Schlachtplans, bei dem Teenie 1 bis Teenie 10 abgemurkst wird, bietet NIGHT OF THE REAPER nicht nur die Möglichkeit des Mitratens (was natürlich nicht neu ist), sondern bringt durch die Videobänder auch etwas Found Footage ins Spiel und birgt einige spannende erzählerische Wendungen und Twists.
Halloween, Snuff-Videos, die 80er und Babysitter
Angesiedelt ist der Film in den 80er Jahren. Das ist nach 5 Staffeln STRANGER THINGS, Filmen wie SUMMER OF 84, FEAR STREET 1988: PROM QUEEN, ES und diversen weiteren Retro-Streifen heute kaum noch ein Alleinstellungsmerkmal, aber NIGHT OF THE REAPER kann das Feeling gut vermitteln und das nicht, indem er versucht mehr 80er als die 80er zu sein und auf neonfarbenen Lippenstift verzichtet, sondern eher die Gewöhnlichkeit des Jahrzehnts unterstreicht.
Dieses nonchalante Vorgehen ist sinnbildlich für das ganze Werk, das weniger dadurch auffällt, irgendetwas supergut zu machen, als dadurch, dass er sich keine dummen Fehler erlaubt.
Freilich gönnt sich auch NIGHT OF THE REAPER gewisse Freiheiten, die einem Realitätscheck nicht standhalten. Spoiler: so erleben wir beispielsweise, wie Deena dem Mörder eine Falle stellt, die sie extremst akribisch ausgearbeitet haben müsste und deutlich mehr Zeit beansprucht als sie hätte haben können. Spoilerende
Auch gibt es einige laute und falsche Jumpscares, dafür ist das Verhalten der Figuren weniger klischeebeladen und absurd als in vielen vergleichbaren Streifen.
Kein großer Film, aber solide Kost vom Genrekenner
Dass NIGHT OF THE REAPER kein großer Film ist, lässt sich nicht nur am überschaubaren Budget von unter 1 Mio $ ablesen, sondern vielleicht auch daran, dass Regisseur Brandon Christensen auch noch als Autor und Produzent auftritt, mit seinem Bruder Ryan das Drehbuch schrieb und seinen eigenen Sohn mitspielen ließ. Allerdings ist Brandon kein unbeschriebenes Blatt, sondern drehte zuvor schon SUPERHOST und BODYCAM.
Und weil Christensen offensichtlich tatsächlich Horrorfan ist, versteckt er verschiedene Eastereggs in seinem Film. Besagten SUPERHOST gibt es auf der Hülle einer Videokassette zu entdecken. Noch deutlicher sind zwei Horrorfilmplakate und eine Ausgabe des Fangoria-Magazins platziert und natürlich läuft zu Halloween ein alter Gruselstreifen im Fernsehen. Ob man diese Hinweise mag oder nicht, ist wie die Platzierung in den 80ern diskutabel, sie unterstreichen in diesem Fall aber immerhin eine Genreaffinität der Macher.
Vielleicht wirkt NIGHT OF THE REAPER auch deswegen nicht lieblos, sondern wie eine Essenz aus DAS GRAUEN KOMMT UM 10, HALLOWEEN und der Eröffnungsszene aus SCREAM.
Fazit zu NIGHT OF THE REAPER
Dies ist kein Film, der das Genre auf den Kopf stellen wird, sehr wohl aber mal wieder der Beweis, dass man mit relativ kleinen Mitteln und in ausgetretenen Pfaden noch eine Nische finden kann.
Da mag man von B-Horror sprechen, das ist aber in diesem Fall keine Beleidigung.
Inhaltsverzeichnis
- Wovon handelt NIGHT OF THE REAPER?
- Halloween, Snuff-Videos, die 80er und Babysitter
- Kein großer Film, aber solide Kost vom Genrekenner
- Fazit zu NIGHT OF THE REAPER
- Wer hat bei NIGHT OF THE REAPER Regie geführt?
- Ist NIGHT OF THE REAPER ein klassischer Slasher?
- Welche Altersfreigabe hat NIGHT OF THE REAPER?
FAQ
Die Regie übernahm Brandon Christensen, der bereits für Horrorfilme wie STILL/BORN, SUPERHOST und THE PUPPETMAN bekannt ist. Das Drehbuch zu NIGHT OF THE REAPER verfasste er gemeinsam mit seinem Bruder Ryan Christensen.
Nein, der Film nutzt zwar klassische Slasher-Motive wie den maskierten Killer und das Babysitter-Szenario, kombiniert dies jedoch mit einer Whodunnit-Mystery-Struktur und baut etwas Found Footage ein.
In Deutschland wurde NIGHT OF THE REAPER von der FSK ab 16 Jahren freigegeben. Der Film setzt zwar auf handgemachte Effekte und zeigt auch Gewalt, übertreibt es damit aber nicht und rückt die Spannung und die Ermittlungsarbeit des Sheriffs stärker in den Fokus als reinen Splatter.
Wer hat bei NIGHT OF THE REAPER Regie geführt?
Ist NIGHT OF THE REAPER ein klassischer Slasher?
Welche Altersfreigabe hat NIGHT OF THE REAPER?










