FALL 2: DEADPOINT (2026) | Filmkritik

fall 2 - Deadpoint - Offizielles Filmplakat
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.0

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Darsteller: Harriet Slater, Arsema Thomas, Tom Brittney, Sahajak Boonthanakit, Korakod Yensuk
Regie: Michael Spierig, Peter Spierig
Drehbuch: Jonathan Frank, Scott Mann
Länge: 98 min
Land: ,
Genre: ,

FALL – FEAR REACHES NEW HEIGHTS war 2022 ein Überraschungserfolg, der zwar nicht sofort zündete, aber sich mit der Zeit doch eine große Fangemeinde aufbaute.
Trotzdem dauerte es eine Weile bis die Fortsetzung FALL 2: DEADPOINT angekündigt wurde, während Survival-Filme wie  TURBULENCE oder KILLER WHALE, die ganz ähnliche Elemente enthalten und ganz offensichtlichvon FALL inspiriert wurden, auf den Markt stürzten.
Nun ist das Sequel aber da und von dem Funkturm in der Wüste geht es diesmal in die thailändischen Berge.

Die Handlung von FALL 2: DEADPOINT

(Achtung Spoiler, falls jemand Teil 1 verpasst hat)
Nach dem Tod von Shiloh Hunter trifft sich ihre Schwester Jax mit Shilohs bester Freundin Luce.
Jax, die immer die ängstlichere der Schwestern war, lässt sich von Luce überreden nach Thailand zu reisen, wo die beiden einen gesperrten Plankenweg auf dem Mount Kwan bezwingen wollen.
Doch der Klettersteig ist aus gutem Grund gesperrt und als nach einem Erdbeben ein Steinschlag den Rückweg abschneidet, sitzen die beiden in schwindelerregender Höhe fest.

Harriet Slater über dem Abgrund in FALL 2: DEADPOINT

Auch wenn weder Verhalten der Figuren noch technische Aspekte einen Sinn ergaben, konnte sich nahezu niemand, der FALL sah einem leichten Schwindel erwehren. FALL 2: DEADPOINT versucht dieses Gefühl zu reproduzieren und die gute Nachricht ist, dass Menschen mit und ohne Höhenangst erneut Szenen finden werden, die ihnen schweißnasse Hände bescheren.

Höhenangst vor dem Green-Screen

Allerdings muss man noch mehr als bei Teil 1 das Hirn in den Abgrund schleudern, denn was uns hier verkauft werden soll, ist nun wirklich rundum an langen Haaren herbeigezogen und beginnt bereits mit dem Mount Kwan. Dass der fiktiv ist, spielt dabei keine Rolle, aber hätte man die reale bekannte thailändische Inselkulisse nicht glaubwürdiger mit der klobigen Kulisse verbinden können?

Mount Kwan in FALL 2 DEADPOINT

Weiter geht’s mit Sauerstoff in Dosen, die unsere beiden Touristinnen von Guide Jon in die Hand gedrückt bekommen. Gegen Höhenkrankheit sei das. Aha!
Die höchste Erhebung Thailands ist bei etwa 2.500 m, niedriger als die Zugspitze und dort läuft garantiert niemand mit Sauerstoffgerät Sauerstoff herum.
Dass sich später eine andere Erklärung für den Sauerstoff findet, ist übrigens keine Entschuldigung, da unsere beiden Abenteurerinnen sich nicht mal fragen, ob sie gerade Stuss erzählt bekommen.

Twists, Heldenreise und Hollywood-Unfug

Dass sich die Landschaft alle fünf Sekunden verändert, als hätte unser Bergsteigerteam in Windesweile mehrere Klimazonen durchwandert, passt zu einem Film, der selbst in Dialogszenen verwirrt, weil die Kamera die gleiche Person mal von halblinks, halbrechts oder frontal filmt und damit unnötige Desorientierung auslöst.

fall 2: deadpoint - eine wacklige Holzbrücke in den Bergen Thailands

Aber halt, wegen all dieser Punkte seid ihr nicht da.
Ihr wollt spektakuläre Kletterszenen und Abgründe.
Die gibt es, und der Plankenweg, den sich unser Dreiergespann entlanghangelt, während darunter permanent etwas wackelt, roste, abfällt oder sich löst, ist weder vertrauenserweckend noch frei erfunden, denn in China gibt es einen ganz ähnlichen Weg.

Allerdings ist zu oft zu merken, dass sich unsere Filmkletterer vor einem Green-Screen befinden. Da Harriet Slater (TAROT) und Arsema Thomas (QUEEN CHARLOTTE) keine besonders guten Schauspieler sind, führt das zu einer Reihe von Szenen, denen die Praxisnähe abhandenkommt.
Das ist bedauerlich, denn auch wenn niemand erwartet, dass tatsächlich eine Schauspielerin ungesichert auf einem schmalen Brett über dem Nichts balanciert und angeblich immerhin auf rund 14 m Höhe gedreht wurde, simulieren Jax und Luce zwar einerseits eine laienhafte Inkompetenz, haben aber plötzlich Mut und Kraft als wären sie bei Ninja Warrior.
Da wir gerade über Laien sprechen: der Felskulisse ist in vielen Szenen anzusehen, dass hier kein natürlicher Stein, sondern Pappmasche-Berge ins Studio gezaubert wurden.

Fall 2 - Jax und Luce am Abgrund in Thailand

Wir erinnern uns, FALL hatte mitten in der Geschichte einen kleinen Twist, bei dem Shiloh plötzlich in einem anderen Licht stand.
Weil FALL 2: DEADPOINT ein Sequel ist, sehen wir hier gleich zwei Wendungen.
Der erste verpufft quasi in der Bedeutungslosigkeit, der zweite erklärt die Sauerstoffflaschen und lädt zum Augenrollen ein.

Nimm dazu noch die aufdringliche Heldenreise der Hauptfigur, die selbstverständlich und absehbar vom Angsthasen zur Kletterziege wird und es ist für jeden was dabei.

FALL 2: DEADPOINT wirkt leider wie ein amerikanisches Massenprodukt und dass die Spierig-Brüder, die zuletzt die uninspirierten WINCHESTER und SAW 8: JIGSAW umsetzen, Regie führten, passt da nur ins Bild.

Fazit zu FALL 2: DEADPOINT

Man kann es nur noch einmal betonen: das Potenzial, das FALL 2: DEADPOINT trotz einiger hübscher Schwindelszenen liegen lässt, ist immens. Sicher wird der Film trotzdem seine Fans finden und wer all den Unfug ausblenden kann und so viele lose Schrauben hat wie der Klettersteig und alles glaubt was Hollywood so erzählt, kann sicher trotzdem eine gute Zeit haben.

Alle anderen können auf FALL 3 hoffen, denn obwohl Teil 2 auch an den internationalen Kinokassen schwächelte, wird ein neues Abenteuer mit der aus Teil 1 bekannten Becky wird nicht nur am Ende des zweiten Teils angedeutet, sondern ist inzwischen auch bestätigt.

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FAQ

Muss man FALL gesehen haben, um FALL 2: DEADPOINT zu verstehen?

Empfehlenswert, aber nicht zwingend. Der Film erklärt die wichtigsten Hintergründe, verliert aber ohne Kenntnis des ersten Teils an emotionaler Wirkung und Kontext.

Wie hart ist die Höhenangst-Wirkung in FALL 2: DEADPOINT wirklich?

Stark genug, um bei empfindlichen Zuschauern Schweißausbrüche auszulösen. Viele Szenen setzen bewusst auf wackelige Stege und Abgründe, wirken durch den Green-Screen-Anteil aber weniger real als im Vorgänger.

Ist FALL 2: DEADPOINT besser oder schlechter als der erste Teil?

Schlechter. Der erste Film hatte trotz Schwächen eine klare Prämisse und frische Spannung. Der Sequel wirkt konstruiert, unlogisch und deutlich hollywoodisierter.

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