Während Hai-Horrorfilme in den letzten Jahren in einer Häufigkeit veröffentlicht wurden, dass man aufgrund der Summe der oft austauschbaren Filmchen kaum noch den Überblick behält, welcher welcher ist, kamen andere Meeres- und Wasserbewohner oft zu kurz.
Hier und da wurden Piranhas und Krokodile präsentiert, aber KILLER WHALE ist der erste nennenswerte Auftritt eines Orcas seit ORCA – DER KILLERWAL aus dem Jahr 1977.
Inhaltsverzeichnis
Die Handlung von KILLER WHALE
Ein Jahr nachdem Maddies Freund bei einem Raubüberfall ums Leben kam und die Musikerin einen Hörschaden davontrug, wird sie von ihrer Freundin Trish, einer erfolgreichen Influencerin, zu einem Thailand-Urlaub eingeladen. Als die beiden zusammen mit der Urlaubsbekanntschaft Josh in ein Aquarium einbrechen, in dem das Orca-Weibchen Ceto seit Jahren gefangen gehalten wird, entdeckt Maddie eine Leiche im Tank des Wals.
Am Tag darauf fahren Josh, Trish und Maddie mit dem Jetski zu einem Riff aufs offene Meer. Was sie nicht wissen: die Betreiber des Aquariums haben die Leiche ebenfalls entdeckt und Ceto daher einfach der Natur übergeben. Doch die ist schlecht gelaunt und macht nun Jagd auf die Touristen.
Es ist aller Ehren wert, dass KILLER WHALE betont, wie grausam es ist Tiere in beengten Containern in Zoos oder Aquarien zu halten…dann aber doch das Tier dazu verdammt ein Monster zu sein.
Wenn THE SHALLOWS und FALL ein hässliches Kind hätten….
Keine Sorge, das ist nicht die einzige Schwäche, die KILLER WHALE zu bieten hat, denn schon das witzlose Vorgeplänkel um den Einbruch im Aquarium ist hanebüchen. Ist es nicht ein hübscher Zufall, dass die Betreiber just in jener Nacht, in denen unsere drei Helden dort vorbeischauen, beschließen Ceto loszuwerden? Nach 20 Jahren?
Und ist es nicht auch verwunderlich, dass der Orca nicht etwa die Weite des Ozeans genießt, sondern ausgerechnet diese drei Menschen jagt?
Nein, KILLER WHALE ist keine gut erzählte und auch keine originelle Geschichte. Alles, was du hier siehst, hast du schon mal gesehen, auch wenn es mal kein Hai ist.
Der kleine Fels auf den sich die beiden Damen retten erinnert gefährlich an THE SHALLOWS. Der war nicht ohne Schwächen, gewinnt im direkten Vergleich aber um Längen.
Noch gravierender ist aber vielleicht die Nähe zu FALL, denn Virginia Gardner, die dort Hunter spielte und nun eben Maddie und die Situationen inklusive des verstorbenen Freundes ähneln einander. Und weil das schon seit THE DESCENT so ist und auch in FALL so war, hat eine der Freundinnen ein dunkles Geheimnis vor der anderen.
Das Green Screen als Fototapete
Spoiler: Wohlwollend kann man es loben, dass diesmal nicht schon wieder eine Fremdgeher-Geschichte erzählt wird, das Trish aber einen Räuber engagiert haben soll, der dann Maddies Freund tötete, verleiht dem Wort „idiotisch“ einen neuen Anstrich.
Aber KILLER WHALE ist auch nicht für Filmfans oder das aufmerksame / denkende Volk gemacht, sondern gibt dir auch dann Recap-Flashbacks als Gedankenstütze, wenn die Szene gerade mal eine Minute zurückliegt. Wenn du also beim Schauen mehr am Handy hängst als Trish das im Film tut, hast auch die die Chance mitzukommen.
Zugegeben, es ist durchaus verführerisch sich Ablenkung zu suchen, denn ab dem Punkt an dem Maddie und Trish festsitzen, ereignet sich wenig und die Gespräche sind kaum erfüllend.
Optisch werden die Bikini-Bodys der Damen zwar ein ums anders Mal in Szene gesetzt, was aber nicht darüber hinwegtäuscht, dass die Umgebung inkl. des Pappmasche-Felsens gänzlich unnatürlich aussieht und offenbar ein Großteil vor einem Green Screen gedreht wurde.
Das kann trotzdem funktionieren und man sollte nicht denken, dass FALL wirklich in 600 Meter Höhe gefilmt wurde, in KILLER WHALE sieht man aber überdeutlich, dass weder Wasser noch Hintergrund zueinander passen. Das geht 2026 besser.
Fazit zu KILLER WHALE
Trotz des Orcas statt des Hais; trotz des Überfalls statt des Seitensprungs; KILLER WHALE ist reines Malen nach Zahlen. Wer sich an hübschen Menschen in Bademode nicht satt sehen kann, wird voll bedient, der zunächst spürbare Öko-Horror mit Sozialkritik verpufft aber und weder die Story noch die Effekte noch die Schauspielerinnen können den Film tragen. Trotz der tödlichen Absichten bleibt Wal-Dame Ceto die einzige, mit der man mitfiebert.
Das eigentlich Erstaunliche ist vielleicht, welchen Einfluss ein gar nicht mal perfekter, aber spannender Film wie FALL auf die aktuelle Survival-Horror-Filmwelt hat (siehe auch TURBULENCE).
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FAQ
Wie brutal ist KILLER WHALE?
KILLER WHALE setzt nicht auf hohen Body-Count oder explizite Gewalt. Der Film konzentriert sich auf Spannung und Charakterdynamik – Blut fließt, aber sparsam. Wer harten Tierhorror wie PIRANHAS sucht, liegt falsch.
Wer ist Regisseurin Jo-Anne Brechin?
Jo-Anne Brechin ist eine australisch-britische Filmemacherin, die KILLER WHALE mit Co-Autorin Katharine McPhee inszenierte – nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen US-Sängerin und Schauspielerin.
Was bedeutet der Name des Wals Ceto?
Ceto ist in der griechischen Mythologie eine Meeresgöttin und Mutter von Seeungeheuern wie der Gorgonen und Skylla. Ein bewusst gewählter Name, der die Bedrohung des Tieres symbolisch auflädt.










