Netflix’ DER KINDERFLÜSTERER ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von dem englischen Autor Alex North. Die Besetzung ist mit Robert De Niro (KAP DER ANGST), Michael Keaton (BEETLEJUICE), Adam Scott (SEVERANCE) und Michelle Monaghan (MAXXINE) recht hochkarätig und lässt hoffen, dass sich diese Qualität auch beim Rest des Films wiederfinden lässt. Die Rolle des Regisseurs wurde von James Ashcroft übernommen, der beispielsweise THE RULE OF JENNY PEN gedreht hat, aber noch nicht sehr viel Erfahrung bei Spielfilmen gesammelt hat.
Die Voraussetzungen sind da, aber sehen wir uns DER KINDERFLÜSTERER einmal etwas näher an.
Inhalt von DER KINDERFLÜSTERER
Nach dem Tod seiner Frau zieht der Autor Tom Kennedy gemeinsam mit seinem Sohn Jake in seine alte Heimatstadt. Dort gab es vor Jahrzehnten einen Serienmörder, der Kinder umgebracht hat. Der Täter sitzt im Gefängnis, und doch verschwindet ein Junge unter denselben Umständen. Kurz danach ist auch Jake nicht mehr aufzufinden und Tom bittet seinen entfremdeten Vater um Hilfe, der bereits bei der ersten Mordserie den Täter überführt hat.
Resümee zu DER KINDERFLÜSTERER
Wenn man ehrlich ist, fängt der Film recht klischeehaft an: Die Frau ist gerade an Krebs gestorben, der Protagonist ist Autor und wagt einen Neustart in der alten Heimat. Ähnliche Voraussetzungen haben beispielsweise THE HOUSE AT NIGHT oder BAG OF BONES. Aber wann bietet sich ein Neuanfang auch mehr an, als wenn die Ehepartnerin verstorben ist? Über diesen wenig originellen Einstieg kann man leicht hinwegsehen, sofern der Rest passt.
Es ist zunächst ein wenig unklar, welche Richtung DER KINDERFLÜSTERER mit seiner Handlung einschlagen möchte. Es gibt den verschwundenen Jungen, den alten Konflikt mit Toms Vater und Jake, den Sohn, hat eine unsichtbare Freundin, deren Grund zur Existenz bis zum Ende hin nicht vollends klar wird. Sie hat ganz zum Schluss zwar eine „Aufgabe“, aber gebraucht hätte sie es nicht und sie sorgt mehr für Verwirrung, als dass sie die Handlung voranbringt. Zumal es sich bei dem Film nicht um Mystery, sondern um einen Thriller mit leichtem Dramaeinschlag handelt, ganz ähnlich wie bei der schwedischen Netflix-Serie BLUTOPFER – wo es ebenfalls eine konfliktreiche Beziehung zwischen Vater und Sohn gibt.
Die Atmosphäre im Film ist durchgehend düster und passt zur Thematik. Auch das alte Haus, in das Tom und Jake einziehen, passt perfekt dazu mit den alten Holzböden. Die Geschichte hingegen ist leider nicht immer so stimmig.
Zum einen basieren einige wichtige Wendepunkte auf reinen Zufällen, beispielsweise darauf, dass das gemietete Haus von Tom etwas mit dem alten Serienmörder zu tun hat. Das wird nicht einmal in einem Nebensatz erklärt und wirkt dadurch sehr konstruiert. Zum anderen ist beispielsweise ein Teil des Endes zwar ähnlich wie im Buch, wirkt aber wie aus heiterem Himmel, da der Weg dorthin sehr kurz ist. Dabei ist DER KINDERFLÜSTERER mit einer Laufzeit von beinahe zwei Stunden eher lang und hätte genug Raum für ein etwas ausführlicheres Ende gehabt.
Die Charaktere sind alle recht oberflächlich gehalten. Man erfährt gerade so viel über sie, wie es für die Handlung notwendig ist, mehr aber nicht. Das ist schade, denn natürlich kann man besser mit Charakteren sympathisieren, bei denen man das Gefühl hat, sie zu kennen. Hier sind es vielmehr lose Bekanntschaften. Vor allem der erste Serienmörder, Frank Carter, bekommt kaum Hintergrund, obwohl es Szenen gibt, die sehr an DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER erinnern, und die Möglichkeit dazu gegeben hätten.
Dafür kann man aber sagen, dass die Besetzung ihren Job gut macht und mit den wenigen Möglichkeiten das Beste macht.
Fazit zu DER KINDERFLÜSTERER
Alles in allem ist DER KINDERFLÜSTERER kein schlechter Film, aber auch keiner, der lange im Gedächtnis bleiben wird. Die wirklich gute Besetzung wird nicht vollends ausgeschöpft, da die Charaktere sehr oberflächlich bleiben. Dafür sind Atmosphäre und Spannung gut umgesetzt.
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FAQ
Ist DER KINDERFLÜSTERER brutal?
Der Film setzt weniger auf blutigen Horror und mehr auf eine beklemmende Atmosphäre und psychologischen Thriller.
Wer spielt in DER KINDERFLÜSTERER mit?
In den Hauptrollen sind Adam Scott, Robert De Niro und Michelle Monaghan zu sehen. Michael Keaton spielt den Serienmörder Frank Carter, den ursprünglichen Kinderflüsterer.
Für wen lohnt sich DER KINDERFLÜSTERER ?
Der Film von Regisseur James Ashcroft lohnt sich für Fans von atmosphärischen Thrillern, die über ein paar Makel hinwegsehen können.










