THE MUMMY, also die Mumie, ist eines der klassischen Monster im Horrorfilm.
Grusel-Legende Boris Karloff schlüpfte schon 1932 in die Rolle des bandagierten Untoten.
In weiteren bekannten Verfilmungen spielten Brendan Fraser (1999) und Tom Cruise (2017) mit.
Alle Verfilmungen setzten unterschiedliche Akzente und schon im Vorfeld der Veröffentlichung war zu lesen, dass auch LEE CRONIN’S THE MUMMY andere Wege einschlagen möchte. Die Frage war, wie die aussehen können.
Die Handlung von LEE CRONIN’S THE MUMMY
Reporters Charlie lebt mit seiner Familie in Ägypten, als dort die kleine Tochter Katie aus dem Garten entführt wird und verschollen bleibt.
Acht Jahre später ist die Familie in die USA zurückgekehrt, als Katie in einem Sarkophag gefunden wird. Sie lebt, aber befindet sich in einem katatonischen Stadium.
Während eine Ermittlerin der ägyptischen Polizei vor Ort der Sache nachgeht, wird das auch äußerlich erheblich veränderte Mädchen wieder bei seinen Eltern und den beiden Geschwistern untergebracht.
Aber Katie legt ein unheimliches Verhalten an den Tag, das sich nicht erklären lässt.
Eine kleine Warnung vorweg: wer darauf hofft, einfach einen untoten, in Leinentücher gewickelten Pharao als Gegenspieler zu sehen, wird bitter enttäuscht. Hier gibt es auch keine sandigen und sonnigen Pyramiden. Das kann man empört zur Kenntnis nehmen oder wohlwollender formulieren, dass der Film einige der erwartbaren Klischees umgeht.
Was ebenfalls bereits mit der Opening Scene ins Auge fällt, Grusel und Gewalt werden gleichermaßen gesucht und man hat nicht den Eindruck, dass sich LEE CRONIN’S THE MUMMY auf den erfolgreichen Spuren des Popcorn-Kinos aus 1999 bewegt.
Mit Blick auf den Titel muss man kein Genie sein, um eine Beteiligung von Lee Cronin festzustellen, da der Mann aber vielleicht nicht jedem ein Begriff ist, Cronin hat THE HOLE IN THE GROUND und zuletzt EVIL DEAD RISE gedreht.
Beide Filme beschäftigten sich mit familiären Konstellationen und warfen auch Kinder dem Schrecken vor. Das behält der Ire Cronin auch in seinem dritten Langfilm bei.
Für die Einordnung des Films hilft auch zu wissen, dass sowohl Blumhouse, als auch James Wans Firma Atomic Monster produzierten.
Folgerichtig wirkt LEE CRONIN’S THE MUMMY an einigen Stellen, als habe Blumhouse noch ein paar Ideen aus dem ungeliebten DER EXORZIST – BEKENNTNIS übriggehabt, als habe Wan noch ein paar ungenutzte Jumpscares aus der CONJURING-Reihe gefunden und als würde Cronin ein paar Szenen verwerten, die in EVIL DEAD RISE keinen Platz fanden.
Das klingt allerdings abwertender als es gemeint ist, denn die Mischung funktioniert gut und vor allem der Härtegrad, der insbesondere in der zweiten Filmhälfte zur Entfaltung kommt, verwundert.
Allerdings haben wir es mit einem durchgestylten Film zu tun, der jedes Detail so hinlegt, dass er es später nutzen kann.
Wenn Katie vor ihrem Verschwinden Morsecode lernt, ahnt man bereits, dass das später noch mal von Bedeutung sein wird. Wenn ihre kleine Schwester Maude einen wackligen Milchzahn hat, ist auch hier eine spätere Verwendung vorherzusehen.
Ähnlich verhält es sich mit den Horror-Einlagen, die selten natürlich und oft konstruiert wirken. Wenn sich eine Dame auf einer Trauerfeier erbricht, tut sie das genau in ihr Glas und wenn jemand bei einem Flugzeugabsturz stirbt, ist er nicht einfach ein Klumpen Fleisch, sondern bleibt punktgenau mit dem Auge an einem Baum hängen, damit der Zuschauer auch was davon hat.
Es wäre schön, wenn LEE CRONIN’S THE MUMMY bzw. Cronin selbst, der auch das Drehbuch verfasste, diese sichtbar bemühte Künstlichkeit zugunsten einer gewissen organischen Entwicklung zurückgefahren hätte, doch lässt sich nicht verleugnen, dass die meisten Effekte und Szenen dennoch gut aussehen und Spaß machen.
Man muss sich allerdings klar machen, dass LEE CRONIN’S THE MUMMY nicht nur ein Horrorfilm ist, der wie z.B. damals THE HOLE IN THE GROUND von einer Geschichte getragen wird, sondern du wie in einer Geisterbahn von einem Ekel-/Gore-/Grusel-Moment zum nächsten fährst.
Immerhin, die Figuren wirken dabei zwar recht flach, aber nicht unsympathisch und interessant genug, um mit ihnen zu leiden.
Vater Charlie wird von Jack Reynor gespielt, den Horrorfans sicher noch als den unangenehmen Christian in MIDSOMMAR in Erinnerung haben, aber hier besser abschneidet.
Die Mutter, gespielt von der Spanierin Laia Costa, kennt man u.a. aus dem sehenswerten deutschen Oneshot-Streifen VICTORIA.
Fazit zu LEE CRONIN’S THE MUMMY
LEE CRONIN’S THE MUMMY ist nicht nur eine Geisterbahn-, sondern auch eine Achterbahnfahrt. Die Horrorelemente sind bekannt, aber neu arrangiert. Die Erzählung ist nicht elegant, aber hält aber trotz Überlänge bei Laune. Die Gruselszenen sind künstlich drapiert, aber unterhalten.
Hochtrabend intelligentes Kino sieht sicher anders aus und ganz sicher ist THE MUMMY kein „Kritikerliebling“, es ist aber völlig nachvollziehbar, dass Fans ihn mögen….insbesondere wenn man einen Blick auf die zahlreichen Blumhouse-Schlaftabletten wirft.
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FAQ
Wie brutal ist LEE CRONIN'S THE MUMMY?
Sehr brutal. Der Film bietet expliziten Body-Horror mit Knochenbrüchen, Hautablösungen und Zahnentfernungen – deutlich härter als ein klassischer Mumienfilm und in der Tradition von EVIL DEAD RISE.
Hat LEE CRONIN'S THE MUMMY etwas mit den Brendan-Fraser-Filmen zu tun?
Nein. Der Film ist eine eigenständige Horror-Neuinterpretation und hat nichts mit der Adventure-Trilogie von 1999 bis 2008 zu tun. Parallel dazu entsteht THE MUMMY 4 mit Brendan Fraser als Fortsetzung der alten Reihe.
Wer ist Regisseur Lee Cronin?
Lee Cronin ist ein irischer Filmemacher, der zuvor EVIL DEAD RISE (2023) und THE HOLE IN THE GROUND (2019) inszenierte. Mit der MUMMY-Neuauflage produziert von James Wan und Jason Blum etabliert er sich als Stimme im modernen Horror.










