Viele Filme spielen in abgelegenen Häusern, beispielsweise TANZ DER TEUFEL, THE LODGE oder auch THE STRANGERS. Die Einsamkeit sorgt direkt für eine unheimliche Atmosphäre, denn die Chance auf Hilfe ist ziemlich gering. Auch DIE LIST von Regisseur Stevan Mena spielt in einem abgelegenen Haus. Es ist der fünfte Spielfilm von Mena, der für DIE LIST auch das Drehbuch verfasst hat. Für eine der Rollen konnte er die Schauspielerin Veronica Cartwright gewinnen, die bereits in ALIEN und DIE VÖGEL mitgespielt hat.
Inhalt von DIE LIST
Dale wird als Ersatz für eine scheinbar vermisste Krankpflegerin in das abgelegene Seehaus einer vormals berühmten Komponistin geschickt. Die Patientin leidet an Demenz und COPD, so dass sie die meiste Zeit in ihrem Bett verbringt. Dale merkt bald, dass sich Dinge im großen Haus wie von Geisterhand bewegen zu scheinen, und beginnt zu vermuten, dass ihre Vorgängerin nicht freiwillig gegangen ist.
Resümee zu DIE LIST
Die Voraussetzungen sind da: abgelegenes und leicht unheimliches Haus, verschwundene Vorgängerin und eine mürrische, demente Patientin. Aber trotzdem schafft DIE LIST es nicht, eine überzeugende und runde Geschichte zu erzählen.
Der Anfang ist spannend genug, auch wenn die Idee, dass die Kamera die Sicht des mutmaßlichen Angreifers zeigt, nicht neu ist. Das kann man beispielsweise schon in HALLOWEEN bestaunen. Trotzdem ist man zunächst bereit, dem Ganzen eine Chance zu geben, und das Mysterium von der verschwundenen Pflegekraft und die mürrische Patientin Olivia sind unterhaltsam genug. Schnell ist man dabei, mitzurätseln, was in dem einsamen Haus passiert sein könnte und wer damit zu tun haben könnte. Immerhin gibt es in der Gegend nicht viele Personen.
Im weiteren Verlauf passiert nichts, was man nicht schon gesehen hat. Es liegen plötzlich Dinge am Boden oder es tauchen mysteriöse Fußspuren auf. Weil das Nachbarskind gern davon plappert, dass es in dem Haus spukt, kommt man gezwungenermaßen auf die Idee, dass es sich um einen Film mit übernatürlichen Phänomenen handeln könnte, wenn da nicht der Filmtitel wäre. Dieser deutet nämlich schon darauf hin, dass es sich nicht um einen Geist handelt, der für die mysteriösen Vorkommnisse sorgt.
Veronica Cartwright spielt die Rolle der fiesen Patientin überzeugend und Madelyn Dundon versucht ihr Bestes, hat aber mit zwei vorherigen Filmprojekten in ihrem Lebenslauf einfach noch nicht viel Erfahrung sammeln können. Allerdings ist die Besetzung bei DIE LIST nicht das größte Problem, denn das ist das extrem konstruierte Ende.
Diese Art von Film lebt immer auch davon, dass das Publikum versucht,lohnt, die Auflösung zu erraten. Das ist hier einfach nicht möglich, da sie komplett aus heiterem Himmel kommt und recht unglaubwürdig ist. Und leider ist auch der Weg zum Finale nicht so spannend, dass es sich deswegen lohnt DIE LIST anzuschauen.
Alles in allem ist DIE LIST ein ziemlich unorigineller Film. Wer sich etwas häufiger im Thriller- oder Horrorgenre bewegt, wird alles schon einmal gesehen haben. Das Ende ist unglaubwürdig und konstruiert. Am besten macht man einen Bogen um den Film, außer man möchte unbedingt Veronica Cartwright sehen.








