Wenn sich Guillermo del Toro und André Øvredal zusammentun, darf man nicht nur aufgrund der individuellen Leistungen der beiden in Vorfreude verfallen, sondern wird auch spätestens nach der Sichtung von SCARY STORIES TO TELL IN THE DARK feststellen, dass die Stile der beiden Herren zwar unterschiedlich sind, aber prächtig harmonieren.
Dass die Vorlage auf den beliebten Kinder-Gruselbüchern von Alvin Schwartz stammt, ist ebenfalls kein Fehler. Der Filmtitelsuggeriert eine Kurzgeschichtensammlung, was Schwartz‘ Vorlage, in der oft urbane Legenden eingebunden wurden, auch war. Im Film werden diese aber nicht einzeln verpackt, sondern in einer größeren Rahmenhandlung versteckt.
Die Handlung von SCARY STORIES TO TELL IN THE DARK
Hierin freuen sich die drei Heranwachsenden Stella, Auggie und Chuck, im Jahr 1968 auf Halloween.
Das entwickelt sich aber anders als erwartet. Zuerst geraten sie mit ein paar Großmäulern aneinander, flüchten ins Autokino, wo sie sich im Auto eines Herumtreibers verstecken, dann verschlägt es sie in eine leerstehende Villa.
Hobby-Autorin Stella findet dort ein Buch mit Horrorgeschichten der ehemaligen Bewohnerin Sarah und nimmt es mit. Doch das Notizbuch hat noch leere Seiten und die füllen sich plötzlich von allein.
Jeder der Beteiligten erhält Besuch von einer Schreckgestalt und das endet nicht gut. Während die Jugendlichen alles daran setzen das Buch zu stoppen, läuft ihnen die Zeit davon.
SCARY STORIES TO TELL IN THE DARK weckt ein paar Erinnerungen an ES, denn auch hier zeigt sich das Grauen in verschiedenen Formen, Kids in einer scheinbar friedlichen Kleinstadt sind die Hauptfiguren und die Ausrichtung ist gruslig, aber auch gemütlich.
Auch entfernte Assoziationen zu DIE UNENDLICHE GESCHICHTE sind aufgrund des außergewöhnlichen Buches nicht auszuschließen.
SCARY STORIES TO TELL IN THE DARK enthält unheimliche Geschichten, die man sich im Dunkeln erzählen sollte
Wie schon erwähnt kommt dazu der Stil der Macher. Dass Øvredal als Regisseur klassischen Horror kann, bewies er mit THE AUTOPSY OF JANE DOE zu genüge. Dass er sich auf die Interpretation von Mythen versteht, zuvor schon mit TROLL HUNTER.
Del Toro (PANS LABYRINTH) ist hier Produzent, aber auch für das Drehbuch verantwortlich und auch sein Zutun ist aufgrund des träumerischen Settings inklusive des alten Herrenhauses zu spüren.
André Øvredal weiß wie es geht
Ebenfalls am Drehbuch beteiligt waren aber Marcus Dunstan und Patrick Melton, die durch ihre Skripte für verschiedene SAW oder die COLLECTOR-Reihe eher für moderne und brutale Zutaten stehen.
Alleine durch die Vielzahl der Autoren (insgesamt sechs), hätte der Film schnell in ein Ungleichgewicht geraten können, aber das passiert glücklicherweise nicht.
Fazit zu SCARY STORIES TO TELL IN THE DARK
Natürlich muss man sich im Klaren sein, dass SCARY STORIES TO TELL IN THE DARK keine Härterekorde bricht und die „Monster“ zuweilen sogar eher spaßig als grausig aussehen, während auch mal Computereffekte zum Tragen kommen. Dafür gibt es sympathische Figuren, eine abwechslungsreiche Geschichte mit vielen kleinen Seitenarmen und natürlich passende Herbst-/Halloween-Stimmung.
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FAQ
Welche Geschichten aus den Alvin-Schwartz-Büchern kommen im Film vor?
Der Film verwebt fünf Erzählungen aus den Anthologien: Harold (die Vogelscheuche), The Red Spot (der rote Fleck mit Spinnen), The Big Toe (der große Zeh), Me Tie Dough-ty Walker! und The Dream (die Pale Lady). Statt einer klassischen Anthologie werden sie zu einer Rahmenhandlung verwoben.
Welche Bedeutung haben Stephen Gammells Illustrationen für den Film?
Del Toro besitzt neun der Original-Illustrationen von Stephen Gammell aus den Büchern. Um die schwarz-weißen Alptraum-Bilder in den Film zu übertragen, wurden die Zeichnungen dreidimensional als Kreaturen nachgebildet. Ohne Gammells Illustrationen wären die Bücher nicht der Kult, der sie sind.
Gibt es eine Fortsetzung zu SCARY STORIES TO TELL IN THE DARK?
Del Toro plant seit Jahren eine Fortsetzung. Der Film endet bewusst mit einem offenen Cliffhanger – Sarah Bellows' Buch existiert weiterhin und ist bereit, neue Geschichten zu erzählen. Konkrete Umsetzung eines Sequels wurde bislang aber nicht offiziell bestätigt.










