CITIZEN VIGILANTE (2026) | Filmkritik

Citizen Vigilante (2026) - Offizielles Filmposter
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 2.0

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5.3/10 (14)

Darsteller: Armie Hammer, Costas Mandylor, Désirée Giorgetti, Steffen Mennekes, Neb Chupin
Regie: Uwe Boll
Drehbuch: Uwe Boll
Länge: 89 min
Land: ,
Genre:

Die „Fachpresse“ weiß es: Uwe Bolls neuer Film CITIZEN VIGILANTE ist verboten. Das ist Unfug, aber nicht der letzte Unfug, über den wir hier sprechen müssen.
Fakt ist, die FSK hat dem Werk die Freigabe verweigert, was kommerziell das Leben zwar erschwert und ein reguläres Vermarkten nicht erlaubt, aber Horrorfans wissen, dass Ähnliches in den letzten Jahren TERRIFIER 3, PROJECT WOLF HUNTING und THE SADNESS widerfuhr, die trotzdem ihren Schnitt machten.

Beim Wutbürger von Welt machen sich trotzdem Empörung und Zensur-Vorwürfe breit, was auch mit einer gewissen politischen Brisanz zu tun hat.
Aber eins nach dem anderen.
Erst mal sprechen wir über den Film, dann erübrigt sich eigentlich alles Weitere.

Die Handlung von CITIZEN VIGILANTE

Sanders ist eine Ein-Mann-Bürgerwehr. Wenn du dich daneben benimmst, weist er dich zurecht…oder er erschießt dich. Wenn ihm Gerichtsurteile nicht gefallen, geht er mit geladener Waffe in Revision und nimmt sich sowohl Richter als auch Angeklagte vor. Das sorgt weltweit für Anerkennung, ruft aber auch die Polizei auf den Plan.

Sanders mit Pistole in Uwe Bolls CITIZEN VIGILANTE

„Citizen Vigilante“ übersetzt sich in den geschmeidigen Begriff „Bürgerlicher Selbstjustizierer“. Da ist auch eine gewisse Selbstgerechtigkeit nicht weit. Davon versteht Uwe Boll was, denn er lässt hier einen permanent grimmigen Rächer von der Leine, dessen blutiges Tun dem einfachen Mann mit einfachen Mitteln nahegebracht wird.

Einfach gestrickt sollte man auch sein, denn sonst wird man sich wundern, was ein SWAT-Team (die es nur in den USA gibt) in Europa verloren hat. Oder dass sich diese Spezialisten auf hanebüchene Weise von unserem „Helden“ niedermähen lassen. Oder dass Sanders doch eigentlich Gutes tun will, aber sowohl jede Menge Polizisten, wie auch unbeteiligte Zivilisten tötet.

Der schmale Grat zwischen Selbstjustiz und Selbstgerechtigkeit

Jaja, Kollateralschaden und so. Dieser Begriff passt dann wiederum auch aufs Drehbuch, das so sehr auf seine Message fixiert ist, dass eine vernünftige Story,  Charakter, Schauspiel, Kamera und weitere technische Aspekte im Blutrausch untergehen.

Kritiker dieser Kritik werden uns vorwerfen, dass wir uns diesen Kleinigkeiten aufhalten, während wir das große Ganze ignorieren.
Ganz ruhig.
Wir mögen ja Rache. Und Gerechtigkeit.

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Wenn Bob Odenkirk in NOBODY den Arschkrampen im Linienbus die Fresse poliert, wenn Sarah Butler in I SPIT ON YOUR GRAVE ihre Vergewaltiger bluten lässt, wenn Keanu Reeves in JOHN WICK Vergeltung für seinen Hund sucht, wenn Brad Pitt in SLEEPERS Rache kalt serviert, Brandon Lee in THE CROW seine eigenen Mörder zur Rechenschaft zieht, die gemobbte Sissy Spacek in CARRIE  zurückschlägt oder Charles Bronson in EIN MANN SIEHT ROT (und etlichen anderen Streifen) das Gesetz in die eigenen Hand nimmt, dann leiden und fiebern wir mit und machen wir uns nichts vor, wir fühlen uns gut, wenn‘s die Richtigen trifft.

Citizen Vigilante - Armie Hammer als Rächer in den Backrooms

Uwe Bolls umstrittenster Film?

So ganz lässt sich das auch bei CITIZEN VIGILANTE nicht von der Hand weisen. Ob das die Jugendlichen sind, die im Park einen Gleichaltrigen abziehen wollen, die Täter einer Gruppenvergewaltigung oder ein Typ, der einer schier willkürlichen Passantin die Kehle aufschneidet. Im Film ist es einfacher diese Leute einem Sanders zu übergeben, statt auf Rechtstaatlichkeit zu hoffen und in der Realität haben wir alle von ähnlichen Fällen gehört, die uns wütend machen.

Dass dieser Sanders aber einfach ein stinkreicher Typ ist, der sich von Prostituierten bedienen lässt, früh am Tag Hochprozentiges trinkt, seine Angestellten zusammenfaltet und ansonsten Psycho-Killer-mäßig in einem kargen Raum hockt (der optisch an die BACKROOMS erinnert), dessen Einrichtung aus Hanteln und Knarren besteht und dessen Fenster mit Zeitungspapier abgeklebt sind, baut keine Sympathien auf.

Man kann erahnen, wie Boll ein ums andere Mal zufrieden nickte, als er die Figur entstehen ließ und dabei flüsterte „So müssen sich echte Kerle benehmen“. Oder war es etwa Ansinnen des Regisseurs nicht nur Täter, sondern auch den Rächer extrem unangenehm darzustellen? Das wäre zwar einerseits ein smarter Schachzug, würde die subtile Reflektion des selbstverliebten Möchtegern-Helden neben den plakativen, messerschwingenden Migranten aber dennoch in den Hintergrund rücken und den Film insgesamt kaum aufwerten.

Dass die Figur von Armie Hammer (WOUNDS) gemimt wird, dem selbst sexueller Missbrauch und häusliche Gewalt vorgeworfen wurden, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Was würde einer wie er wohl über einen wie sich denken?
In seiner jahrelangen Zwangspause hat der ehemalige Hollywood-Actor offenbar auch das Spielen verlernt, denn die dauerhaft steinerne Miene hätte auch ein Sack Zement spielen können.

Das inkompetente SWAT-Team in Citizen Vigilante

Harte Rache trifft auf unfreiwillige Komik

Sein Gegenspieler ist ein eifriger Polizist, dargestellt von Costas Mandylor, den man aus verschiedenen SAW-Filmen kennt. Eine Falle findet der in CITIZEN VIGILANTE auch vor. Die ist aber plump wie alles andere.

Die Szene ist dabei so unfreiwillig komisch, dass sie eine eigene Erwähnung wert ist. Denn da stolpert das besagte SWAT-Team mit der Körperhaltung einer nassen Spagetti in eine leere Villa, wo der Rächer in einem Blechkasten lauert. Tränengas kann ihm nichts anhaben, Kugelsicher ist das Ding auch und die Spezialeinsatzkräfte stellen sich frontal vor die beiden Gewehre, die aus Schießscharten ragen, um sich ohne Not erschießen zu lassen.
Wer doch überlebt, wird anschließend von einer Sprengfalle erledigt.
Das ist auf dem Niveau auf dem wir als Kinder mit Plastikgewehren durch den Garten rannten. Uns konnte keiner was!

Mit HANAU drehte Uwe Boll zuletzt einen Film, der auch dafür kritisiert wurde, dass er einem rechtsradikalen Amokläufer viel Platz einräumte.
Mit CITIZEN VIGILANTE bezieht „unser Mann in Bollywood“ klarer Stellung. Sanders lässt uns wissen, dass die Links-Woken an schuld seien und das klingt nicht wie die Aussage einer fragwürdigen Filmfigur, sondern eher seines Schöpfers. Passend dazu ist der Film den Tausenden europäischen Opfern von Vergewaltigung und Fehlurteilen gewidmet.

Da bietet es sich natürlich auch an, dass Boll in der verwehrten FSK-Freigabe ein Politikum schnuppert.
Lässt sich das ausschließen? Nein.
Allerdings hat die Freiwillige Selbstkontrolle Selbstjustiz und sexuelle Gewalt schon immer kritisch beäugt und dumpfe Hau-Drauf-Geschichtchen argwöhnischer bewertet als eine anständig erzählte Story.

Citizen Vigilante (2026) - Armie Hammer tritt zu

CITIZEN VIGILANTE ist kaum mehr als eine Ansammlung von episodenhaften Szenen, die ohne Chronologie oder Sinn aneinandergereiht wurden und ein Plot ist in dem zerfahrenen Durcheinander schwer auszumachen. Die Gewaltanteile sind zwar längst nicht so deftig wie beispielsweise in TERRIFIER 3 und wirken zudem noch amateurhafter, sind aber durchaus deutlich und genußvoll dargestellt (die Effekte stammen übrigens teils von Olaf Ittenbach).
Somit ist das „Nö“ der FSK also auch ohne Verschwörungsgedanke oder politische Präferenz schlüssig.

Zur aufgeregten Historie des wenig aufregenden Films gehört auch, dass Elon Musk den Schinken auf X stellte. Kostenlos. Mehr sollte man dafür aber auch nicht ausgeben müssen. Eher weniger.

Fazit zu CITIZEN VIGILANTE

Dass CITIZEN VIGILANTE einige Themen anfasst, die mindestens subjektiv, aber auch kriminalstatistisch die Bevölkerung bewegen, ist legitim. Auch, dass daraus eine Kontroverse entsteht. Immerhin leben wir in den 2020ern, da wird sich immer wer auf den Schlips getreten fühlen.
Die reaktionäre Art und Weise, die uns weismachen will, dass uns Typen wie Boll, Sanders und Musk vor Jugend-, Banden und Ausländerkriminalität beschützen sollten und auch sonst nur unser Bestes wollen, entlarvt sich jedoch schon im Film.

Da ist es fast schon sinnbildlich, dass sich unser Multimillionär in seine Blechdose hockt und einfach so lange auf die Polizei ballert, bis die Feierabend hat.
Einer inhaltlichen oder inszenatorischen Rückfrage hält CITIZEN VIGILANTE aber fast nie stand.

Botschaften und Politik mal außer Acht gelassen, ist dies ein irrelevantes Filmchen, das erschreckend oft auf Laienniveau spielt und durch den FSK-„Skandal“ nur gewinnen kann.

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FAQ

Ist CITIZEN VIGILANTE in Deutschland verboten?

Nein! CITIZEN VIGILANTE erhielt in Deutschland keine FSK-Freigabe. Ohne Altersfreigabe ist eine reguläre Kino- oder Heimkinoveröffentlichung deutlich erschwert. Uwe Boll bezeichnete dies als faktisches Verbot, während die FSK die Freigabe wegen der Gewaltdarstellung verweigerte.

Warum ist CITIZEN VIGILANTE so umstritten?

CITIZEN VIGILANTE verbindet Selbstjustiz mit politischen Themen wie Kriminalität und Migration. Der Film provoziert bewusst und verzichtet weitgehend auf Grautöne. Dadurch zählt er zu den kontroversesten Werken in Uwe Bolls Filmografie.

Ist CITIZEN VIGILANTE ein typischer Uwe-Boll-Film?

Ja. CITIZEN VIGILANTE setzt auf Gewalt, klare Botschaften und eine direkte Inszenierung. Wie schon RAMPAGE oder ASSAULT ON WALL STREET stellt Uwe Boll moralische und gesellschaftliche Fragen, verzichtet dabei aber auf subtile Zwischentöne.

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