Mit APEX zeigt Charlize Theron einmal mehr, dass sie zu den A-List-Darstellerinnen gehört, die auch in Genrefilmen auftreten. Mit THE ROAD und MAD MAX: FURY ROAD ließ sie sich in zwei komplett unterschiedlichen Endzeitfilmen sehen, sie spielte Aileen Wuornos in MONSTER und trat in PROMETHEUS oder DARK PLACES auf.
In APEX ist sie Opfer einer tödlichen Menschenjagd….will aber kein Opfer sein.
Inhaltsverzeichnis
Die Handlung von APEX
Nachdem ihr Kletter- und Lebenspartner bei einer Bergbesteigung in Norwegen stirbt, zieht es Abenteuerin Sasha in die Wildnis Australiens, wo sie mit dem Kayak einen wilden Fluss bezwingen will.
Ein Halt an einer Tankstelle im Outback wird zum unschönen Erlebnis als sie von ein paar einheimischen Jägern angemacht wird. Aber da ist auch der hilfsbereite Ben.
Sasha lässt alle Männer links liegen, begegnet ihnen aber später noch einmal und muss plötzlich im Dschungel um ihr Leben rennen.
Da APEX die Sorte Film ist, die ganz früh zwei Überraschungen platziert, will der ein oder andere vielleicht gar nicht weiterlesen, sondern sollte nur wissen, dass dies ein Survival-Thriller mit starker Kameraarbeit ist.
Die Spoiler halten sich aber in Grenzen, auch wenn es verwundert, dass ein bekannter Darsteller wie Eric Bana (THE DRY) Sashas Partner ist und nach wenigen Minuten den Filmtod findet, hat man das Gefühl die norwegische Klettertour in CLIFFHANGER, FALL und weiteren Filmen diverse Male erlebt zu haben. Da ist Klettern easy, es ist unbeschwert, man wirkt nicht konzentriert oder angestrengt, sondern fliegt förmlich den Fels hinauf, bis das Schicksal zuschlägt.
Danach sind die einen tot, die anderen traumatisiert und müssen das Trauma durch weitere schreckliche Erlebnisse überwinden. APEX macht da keine Ausnahme.
APEX (2026) Kritik: Survival-Thriller mit Umwegen
Die zweite vorhersehbare „Überraschung“ liegt darin, dass die Typen an der Tankstelle zwar schmierige Arschgeigen sind, aber niemand dort so creepy rüberkommt wie der freundliche Ben.
Und da wir nichts verraten, was der Trailer nicht auch bereithält: richtig, Ben ist wie Mick Taylor in WOLF CREEK nur auf den ersten Blick ein feiner Kerl, unter der dünnen Oberfläche aber ein gefährlicher Psycho.
Denn Ben liebt es Menschen zu jagen, zu töten und zu essen.
Fairerweise muss man sagen, dass Sasha nicht komplett das Film-Blödchen spielt und allen gegenüber den nötigen Abstand wahrt, sich aber dennoch in einer Situation wiederfindet, in der sie ganz gezielt in eine Jäger/Beute-Situation gebracht wird…und sie soll die Beute sein.
Das Prinzip ist seit fast 100 Jahren bekannt, nahm mit GRAF ZAROFF – GENIE DES BÖSEN (1932) seinen Lauf und setzte sich über RUNNING MAN, SURVIVING THE GAME bis THE HUNT oder RED DOT in mal mehr, mal weniger sehenswerter Weise fort.
Sehenswert ist diese gezielte Menschenjagd in jedem Fall, denn der Isländer Baltasar Kormákur, der schon Survival von Südafrika (BEAST – JÄGER OHNE GNADE) bis Tibet/Nepal (EVEREST) inszeniert hat, fängt nicht nur eine vielseitige australische Natur, sondern auch Action mit viel Tempo und Dynamik ein.
Auch wenn neben der nun Verfolgten die Armbrust-Pfeile des Menschenjägers einschlagen, macht das akustisch was her.
Schwachpunkt von APEX ist hingegen das Drehbuch von Jeremy Robbins, der außer der Mitarbeit an der THE PURGE-Serie nicht viel vorzuweisen hat und entweder schlicht zu unerfahren ist, sich hat reinreden lassen oder es nicht besser kann, aber in jedem Fall versucht aus einer simplen Geschichte zu viel zu machen.
In den nächsten Absätzen findet ihr dann ein paar echte SPOILER:
Als es Sasha gelingt sich von dem Menschenjäger abzusetzen, versucht sie nicht etwa in den Tiefen des Dschungels mehr Abstand zu gewinnen, sondern findet Ben mit dem Fernglas und will ihm nun am helllichten Tag sein Boot stehlen, während dieser gerade gutgelaunt beim Nacktbaden ist.
Dabei sieht Charlize Theron, die bis dahin wirklich wacker gegen das Drehbuch ankämpft und Dummheiten meidet, nicht nur deswegen blöd aus, weil sie an einem simplen Knoten scheitert.
Die Szene führt dann auch dazu, dass Ben Sasha zwar in seine Gewalt bringt, aber ihren Überlebenswillen auf wundersame Weise mag, weswegen er sie am Leben lässt. Die bedankt sich aber mit Szenen, die sich gefühlt alle fünf Minuten wiederholen: Sasha schlägt Ben kurz nieder, rennt davon, ist aber mit einem Seil oder ähnlichem mit ihm verbunden und er fängt sie wieder ein.
Urwald, Überleben, Toxische Beziehungen, Australische Wildnis
Das klingt fast schon wie eine Metapher auf eine toxische Beziehung, gipfelt (kein Wortspiel) aber darin, als es ihr gelingt ihm ein Bein zu brechen, er sie aber dazu trotzdem dazu bringen kann, eine enorm steile Felswand hochzuklettern, die offenbar der einzige Ausweg ist.
Auch dabei sind die beiden durch ein Seil verbunden…
Und da ist sie dann, die Katharsis auf die der Zuschauer seit dem Prolog in Norwegen gewartet hat. Die senkrechte Wand sieht schon unter normalen Bedingungen nicht wie die erste Wahl für einen Ausweg aus, aber das Drehbuch will es und darum müssen die beiden da rauf, sonst gibt es keine Erlösung vom Trauma.
SPOILERENDE
Es wäre ein Leichtes dem armen Autoren alleine die Schuld zu geben, aber da Charlize Theron auch Produzentin war, ist ihr ein gewisses Mitspracherecht zu unterstellen und wer unsere Kritik zu BEAST – JÄGER OHNE GNADE liest, wird erkennen, dass zu Baltasar Kormákur schon damals sehr ähnliche Pro- und Contra-Punkte auftauchten.
Fazit zu APEX
Charlize Theron und ihr Gegenpart Taron Egerton tun ihr Bestes, um mehr zu sein als Opfer-Püppchen und Auf-den-ersten-Blick-Weirdo, sind aber Gefangene der Geschichte, die trotz oft digitalem Hintergrund audiovisuell überzeugt, aber weder das Mit-/Gegeneinander noch die Kulissen und Locations plausibel erklärt.
Und so ist APEX auch nur wieder ein Netflixfilm mit kurzer Halbwertszeit.
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FAQ
Ist APEX (2026) ein Horrorfilm oder Thriller?
APEX (2026) ist klar als Survival-Thriller einzuordnen. Der Fokus liegt auf Verfolgung, Überleben und körperlicher Belastung, weniger auf klassischen Horrorelementen oder übernatürlichen Bedrohungen.
Worum geht es in APEX (2026) thematisch?
APEX (2026) behandelt Themen wie Trauer, Isolation und Überlebenswillen. Die Hauptfigur wird in der Wildnis nicht nur mit einem Killer konfrontiert, sondern auch mit ihrer eigenen Vergangenheit und Schuld.
Lohnt sich APEX (2026) für Genre-Fans?
Für Fans von kompakten Survival-Thrillern ist APEX (2026) solide Unterhaltung. Der Film setzt auf eine einfache Prämisse – Mensch wird gejagt – und lebt vor allem von Tempo, Kulisse und physischer Spannung.











