Review: DANGEROUS ANIMALS (2025)

dangerous animals filmkritik
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.0

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9.5/10 (2)

Darsteller: Hassie Harrison, Jai Courtney, Josh Heuston
Regie: Sean Byrne
Drehbuch: Nick Lepard
Länge: 98 min
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Veröffentlichung: 11. September 2025 (Kino)
FSK: ab 16

Zwischen den starken THE LOVED ONES und THE DEVIL’S CANDY lagen stattliche 6 Jahre und Fans von Regisseur Sean Byrne dachten schon, dass der Australier danach dem Filmbusiness den Rücken gekehrt hat, doch mit DANGEROUS ANIMALS meldet er sich – weitere 10 Jahre später – eindrucksvoll zurück.

Wovon handelt DANGEROUS ANIMALS?

Einmal mit Haien tauchen, mit den Bestien auf Tuchfühlung sein, die Gefahr spüren. Das klingt für Touristen mit Adrenalinsucht verlockend, doch bei Kapitän Tucker bekommt man mehr Abenteuer als man bestellt hat, denn der hünenhafte Skipper ist ein Psychopath.
Das muss auch Surferin Zephyr merken, die in die Fänge des Irren gerät, der seine Opfer an Haie verfüttert. Ihre einzige Chance: One Night Stand Moses, der sich um sie sorgt.

Seit Steven Spielberg vor ziemlich genau 50 Jahren seinen Klassiker DER WEISSE HAI veröffentlichte, geschahen zwei Dinge.
Erstens, folgte dem Filmerfolg eine beispielslose Hexenjagd auf die Fische, die unzählige Tiere das Leben kostete.
Zweitens, unzählige beknackte Haifilme überfluteten den Markt und nur ganz wenige aus diesem Segment verdienten auch nur das Prädikat „OK“.

Dangerous-Animals rezension

Nun ist es also an Sean Byrne das zu kitten, was fünf Jahrzehnte lang schieflief.
Ja, Haiangriffe auf Menschen passieren. Pro Jahr gibt es im Schnitt 5-10 Todesopfer…weltweit. Es sterben rund 4 Mal so viele Leute bei Selfie-Unfällen. Aber die Anzahl von Mord und Totschlag, den Menschen anderen Menschen zufügen liegt zwischen 400.000 und 475.000. Kriege nicht mal eingeschlossen.
Mit DANGEROUS ANIMALS stellt Byrne klar, was jeder gute Zombie-Film schon lange weiß: die Bestien sind die Menschen.

Und gleichzeitig poliert der Regisseur das Image des Subgenres auf, denn DANGEROUS ANIMALS ist ein starker Film geworden. Und das tut er mit bewährten Mitteln. Als THE LOVED ONES erschien, war der Torture Porn schon ausgelutscht und im Haunted House Subgenre, in das THE DEVIL’S CANDY gehört, hatte man auch alles schon mal gesehen. Aber Byrne hatte nicht nur gute Ideen, sondern gab seinen Figuren genug Leben mit, um sie zu verstehen, sodass seine Filme liebevoll, detailreich und greifbar wirkten.

Und das gilt auch für DANGEROUS ANIMALS, der auf den ersten Blick auch gar nicht mal neu erscheint, aber sowohl starke Protagonisten als auch Antagonisten in den Ring schiebt, Figuren und Zuschauer ernst nimmt und die Spannung hochhält.

Dangerous-Animals tucker

Mit Flip Flops auf den Spuren von Buffalo Bill

Mit Tucker sehen wir einen Typen, der den wuchtigen Körper eines Jason Vorhees mitbringt, die blenderische Freundlichkeit eines Mick Taylors und den Wahnsinn eines Buffalo Bills. Wenn Tucker auf seinem Schiff zu lauter Musik tanzt, werden Erinnerungen an die bekannte „Ich würde mich richtig durchficken“-Szene aus DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER wach und abgesehen davon, dass er gerne Menschen beim Sterben filmt, wirkt er wie ein australischer Sunnyboy in Flipflops.
Das Bemerkenswerte dabei ist, dass sich diese vermeintlichen Widersprüche gar nicht so anfühlen.

Auf der anderen Seite des Spektrums steht Zephyr, die für die neue Generation der Scream Queens / Finals Girls steht, wie kaum eine andere. Diese Frauen schreien nicht nur, sie tun auch was. Ist männliche Hilfe willkommen? Na klar, aber sie weiß sich auch alleine zu wehren.
Sie will deinen Macho-Scheiß nicht hören, sie hat das schon durch und dein Gerede kannst du dir sonstwohin stecken. Sie ist äußerlich keine Amazone,  aber du legst dich besser nicht mit ihr an. Die Dame ist selbstbewusst, sie lässt es aber nicht raushängen.
Sie kann einstecken, aber ganz sicher austeilen.
Sie hat eine Vergangenheit…und sie wird alles dafür tun, auch eine Zukunft zu haben.

dangerous-animals review

Bei so viel Charakter ist es schwer die Balance zu halten, um nicht ins comic-hafte abzudriften. Ganz schafft der Film das nicht, vor allem gegen Ende hin gibt es eine Szene, die etwas too much wirkt und auch einen finalen One-Liner, aber insgesamt überzeugt DANGEROUS ANIMALS mit realistisch anmutender Brutalität, klarer Story und wenig Firlefanz.

Nicht die Haie sind das Problem

Und die Haie? Ja, Freunde von SHARKNADO, SAND SHARKS und GHOST SHARK, die Haie sind da, sie attackieren auch Menschen, aber eben nur, weil Tucker das so einrichtet. Damit wird jemand, der einen typischen Hai-Horror sehen will, vielleicht enttäuscht sein, denn DANGEROUS ANIMALS ist mindestens auch Serienmörder-Streifen und Survival-Film.

Dangerous-Animals zephyr

Da die zweite Filmhälfte keine großen Überraschungen mehr bietet und sowohl Locations als auch Personen überschaubar bleiben (siehe auch THE LOVED ONES) und sich dadurch ein Gefühl der Wiederholung im Katz- und Mausspiel einstellt, hätte DANGEROUS ANIMALS auch 5 Minuten kürzer ausfallen dürfen und gerade eine Szene in der Tuckers finsteres Treiben bei Tageslicht und in Küstennähe etwas zu auffällig erscheint, wäre ein Streichkandidat.

Fazit zu DANGEROUS ANIMALS

Jegliches Jammern ist auf hohem Niveau. Zwar ist DANGEROUS ANIMALS weder Sean Byrnes bester Film, noch der beste Film dieses Jahres, er hat aber Wiederschauwert, leistet sich keine großen Fehltritte und überzeugt mit Figuren, aber auch Gewalteinlagen.
Wenn man ihn als Hai-Horrorfilm sieht, schwimmt er in dieser Kategorie weit vorne mit.

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