Review: THE RITUAL (2025)

the ritual filmkritik
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.0

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2/10 (1)

Darsteller: Al Pacino, Dan Stevens, Ashley Greene
Regie: David Midell
Drehbuch: David Midell, Enrico Natale
Länge: 98 min
Land: ,
Genre:
Veröffentlichung: 11. Juli 2025 (Blu Ray)
Verleih/ Vertrieb: LEONINE
FSK: ab 16

Bei manchen Filmen gibt es einfach so viele „Warum“, dass man sich ein ausführliches und ehrliches Making Of wünscht. THE RITUAL (nicht zu verwechseln mit diesem THE RITUAL) ist ein solcher Film und wir werden versuchen ein paar Fragen aus unserer Sicht heraus zu beantworten.

Zunächst fragen wir aber…

….wovon handelt THE RITUAL?

Als im Jahr 1928 eine junge Frau namens Emma Schmidt ein verstörendes Verhalten an den Tag legt, reisen zwei Priester in das ländliche Iowa, um einen Exorzismus an ihr durchzuführen. Das wochenlange Ritual stellt die Männer, Emma und alle anderen auf eine harte Probe.

Und das bringt uns zur ersten Frage:

Warum dreht man 2025 noch einen Exorzistenfilm?

Weil sie immer noch wer sehen will…oder zumindest der Eindruck entsteht. THE POPE’S EXORCIST mit Russel Crown spielte rund das Vierfache seine Budgets ein, der oft gescholtene DER EXORZIST – BEKENNTNIS ebenfalls.
Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit, denn schon für die Rechte am DER EXORZIST – Franchise wurden zusätzlich 400 Millionen fällig, sodass DER EXORZIST – BEKENNTNIS unterm Strich finanziell floppte.
Auch THE EXORCISM, der zweite Film dieser Art, in dem Russell Crowe mitwirkte, konnte sein Budget nicht reinholen.

the-ritual review

Ungeachtet finanzieller Erfolge ist das Subgenre seit 50 Jahren weitestgehend eintönig und THE RITUAL reiht sich inhaltlich perfekt ein. Eine ans Bett gefesselte junge Frau, verdrehte Gliedmaßen, Verwünschungen in fremden Sprachen, Kirchenmänner und immer wieder „Sag mir deinen Namen“. THE RITUAL hat wenig Neues zu bieten.

Warum wird die wahre Begebenheit verzerrt?

Was man dem Film aber zugutehalten mag: den Fall Emma Schmidt gab es wirklich und auch den behandelnden Priester Theophilus Riesinger, der die Geschichte 1935 veröffentlichte. Das Erlebte nahm sich selbst William Friedkin für DER EXORZIST als Vorbild.

Beschäftigt man sich allerdings mit dem Fall, wird schon auf das Alter Emmas, die zu dem Zeitpunkt Mitte 40 war, der bewährte Hollywood-Filter gelegt, denn die Emma im Film wird von der 20 Jahre jüngeren Abigail Cowen gespielt.
Man kann sich also ausmalen, dass es auch anderer Stelle nicht um eine historische Aufarbeitung, sondern Effekthascherei ging.

Übrigens wurde der Fall schon einmal in THE EXORCISM OF ANNA ECKLUND behandelt. Anna Ecklund war ein Pseudonym für Emma Schmidt, deren Identität man geheim halten wollte.
Wir können an dieser Stelle schon mal vorwegnehmen, dass wir keine Lobeshymnen auf THE RITUAL anstimmen werden, aber er ist besser geworden als THE EXORCISM OF ANNA ECKLUND, der sich ebenfalls weit vom Geschehenen entfernt.

the ritual pacino

Warum spielt Al Pacino da mit?

Die Besetzung ist hochwertig, vor allem Al Pacino ist allseits bekannt und spielte in seiner langen Karriere in diversen Top-Filmen. Horrorfilme fanden sich darunter so gut wie nie. Auch wenn andere Oscar-Preisträger wie der schon erwähnte Russell Crowe oder Anthony Hopkins (THE RITE) in mittelmäßigen Exorzisten-Movies mitwirkten, darf gemutmaßt werden, ob Pacino der reale Fall, das Geld oder etwas ganz anderes interessierte. Wir wissen es nicht, wundern uns aber erheblich, zumal er den Film durch seinen Einsatz nicht merklich voranbringt.

Warum spielt Dan Stevens da mit?

Dan Stevens hat nicht den Namen eines Pacino, aber ist im Genre kein Fremder und Talent lässt sich auch ihm nicht absprechen. THE GUEST, CUCKOO, ABIGAIL, THE RENTAL, APOSTLE…die Bilanz von Herrn Stevens kann sich sehen lassen. Da wirkt THE RITUAL wie ein Schritt zurück. Auch bei ihm kann man nur mutmaßen, was ihn dazu trieb die Rolle des zweiten Geistlichen anzunehmen, aber an der Seite von Pacino zu spielen klang sicher reizvoll.

the ritual stevens

Warum macht der Kameramann verrücktes Zeug?

Dies ist die zentrale Frage, denn was Kameramann Adam Biddle hier veranstaltet, ist schlicht eine visuelle Frechheit.
Biddle ist lange im Geschäft, wirkte in kleinerer Funktion an INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR oder EVENT HORIZON mit, hat für THE RITUAL aber entweder befohlen bekommen „auf jung“ zu machen oder litt während der Dreharbeiten an zittrigen Händen.
Die Kamera wackelt ohne Unterlass und zoomt immer wieder unmotiviert herum, als wäre man in einem Italo-Filmchen der 70er.

Zusammen mit einem wilden Schnittmassaker hat das solch starke Auswirkungen, dass der Eindruck entsteht, Pacino und Stevens hätten das Schauspielern verlernt. Schaut man genauer hin, stellt man aber fest, dass die einfach nie zur Entfaltung kommen und das Bild selten lange genug auf dem Gesicht bleibt, um ihr Minenspiel passend darzustellen.

Fazit zu THE RITUAL

Hätte man die Kamera auf ein Stativ gestellt, statt auf Teufel komm raus (kein Wortspiel) auf Tiktok-Video zu machen, wäre THE RITUAL zwar immer noch ein Film voller bekannter Elemente. Da er es mit den Effekten aber nicht übertreibt, zumindest im Ansatz eine wahre Geschichte enthalten ist und die Besetzung was kann, hätte womöglich mal ein „echter“ Exorzismus abgebildet werden können, statt eine plumpe Anbiederung beim U18-Publikum zu erschaffen.

Hier kannst du THE RITUAL schauen

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One thought on “Review: THE RITUAL (2025)

  1. Ich kuck den gerade und hab versucht rauszufinden, was der Kameramann da getrieben hat. Darum bin ich hier gelandet. Die Kamera hält keine Sekunde still. War der Dauerbesoffen? Der Film ist komplett unansehbar. Bin 25 Minuten drin und mir ist ganz schlecht von dem gewackel. Sowas hab ich noch nie gesehen.

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